Bereits seit einigen Jahren wird immer wieder von neuen Batterie-Technologien

gesprochen, die mittlerweile ein Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht haben, welches

locker mit herkömmlicher Technologie mithalten kann. Aber noch wichtiger, mittlerweile

sind diese Batterien auch so sicher geworden, daß sie einen Siegeszug im Yachtbereich

angetreten haben, der wohl kaum noch zu stoppen sein wird. Ich spreche hier von

der LiFeYPo4-Technologie, die selbst dann nicht in Brand geraten, wenn man sie

kurzschließt.

 

Diese Batterien können schier Unglaubliches leisten.

Betrachten wir aber zunächst die üblichen Gegebenheiten mit normalen Blei-Batterien.

Wir haben z.B. 235 AH Kapazität an Bord, davon stehen in der Regel aber nur ein Drittel

tatsächlich zur Verfügung, da bei größeren Energie-Entnahmen die Batterien sonst

unglaublich schnell altern, und weiterhin die Voltzahl ganz schön runter geht,

und dann dauert es auch nicht mehr lange bis die ersten Geräte mit der absackenden

Voltzahl Probleme bekommen.

Ganz problematisch wird es, wenn wir mal viel Energie brauchen, also z.B. den

Wasserkocher über den Sinuswandler betreiben wollen. Dann piepst bereits nach

weniger als einer Minute der Unterspannungs-Alarm, die Batterien sind einfach mit

einer so großen Last überfordert. Auf Dauer sollte man vielleicht ein Zehntel der

angegebenen Kapazit pro Stunde entnehmen, und dies maximal 4 Stunden lang,

mehr nicht.

Einen üblichen Wassermacher ohne die anfällige Energie-Rückgewinnung zu betreiben

ist also erst bei Batterie-Bank-Kapazitäten jenseits der 1000 Ah möglich, und auch dann grenzwertig. Bei kleineren Batteriebänken brauchen wir mindestens die Kombination mit einer großen Solarpanel-Anlage bei Sonnenschein, oder Lichtmaschine, oder Generator.

 

Aber all das trifft bei LiFeYPo4 Batterien nicht mehr zu.

Diese Batterien können mit dem bis zu 3-fachen ihrer angegebenen Kapazität

für bis zu 15 Minuten sowohl entladen, als auch geladen werden.

Die problemlose Entnahme liegt bei 0,5 C, was nichts anderes bedeutet, als daß

man innerhalb von 2 Stunden ihre gesamte gespeicherte Energie entnehmen kann,

und dies bis die Batterie nahezu leer ist, ohne auch nur einen nennenswerten Spannungsabfall zu bemerken.

Also mit einer gleich großen Batteriebank stehen einem im Vergleich zur

herkömmlichen Batterie auf einmal die bis zu 5-fache Leistung zur Verfügung.

Oder anders ausgedrückt, man kann mit viel geringerer Kapazität nun Sachen

betreiben, an die vorher nicht zu denken gewesen wäre.

Auch kann man problemlos dauerhaft 70 % der Kapazität tatsächlich nutzen,

ohne die Batterien zu schädigen. Wenn man sie auch mal tiefentlädt ist dies kein

Drama, eine herkömmliche Batterie haucht dabei ihr Leben schnell aus.

Es ist wirklich atemberaubend wie diese Technologie vorangeschritten ist.

 

Natürlich wollen wir jetzt nicht ständig in 2 Stunden unsere Batterien komplett entladen,

aber wenn wir jetzt bei gleich großer Kapazität von sagen wir mal 200 Ah

auf einmal einen Wassermacher mit 120 A bei 12 Volt über die Batterie betreiben können,

ohne einen Generator oder die Hauptmaschine bemühen zu müssen,

und dies über eine Stunde lang, und es bleibt immer noch genug Restkapazität für alles

andere übrig, dann ist das schon als revolutionär zu bezeichnen.

Dazu kommt der zu vernachlässigende Peukert-Faktor, d.h. bisher musste in eine

Bleibatterie einiges mehr nachgeladen werden, als vorher entnommen wurde,

je größer die Last war, umso höher war die Differenz zwischen Entladung und

Ladung, dieses Problem ist mit den LiFeYPo4 Batterien nun ebenfalls viel geringer

geworden.

Wenn man dazu noch weiß, daß diese neue Technologie über die bis zu

6000 Ladezyklen betrachtet auch noch günstiger ist als die herkömmlichen Batterien, noch dazu weniger wiegt,

und auch nur wenige Änderungen an der restlichen Elektrik an Bord verlangt,

also Ladegeräte, Solarpanel-Anlage, Windgenerator, Lichtmaschine, etc. alles

weitgehend so übernommen werden kann, dann sind diese LiFeYPo4 Batterien

der perfekte Partner für einen Wassermacher.

 

Zaubern können auch diese Speicher freilich nicht, was raus geht muss auch irgendwann

wieder rein, aber ob das am nächsten Tag geschieht, oder am übernächsten juckt

diese Batterien im Gegensatz zu Bleibatterien nicht sonderlich. Wenn also

z.B. der Wassermacher alle 3 Tage für eine Stunde läuft, und dieser Verbrauch über

die nächsten 3 Tage wieder durch z.B. Solarpanels hereingeholt wird, ist dies

überhaupt kein Problem mehr.

Das will ich mal rein rechnerisch erläutern:

Der hier angebotene Wassermacher läuft bei uns üblicherweise

mit ca. 120 Ampere bei 12 Volt alle 3 Tage eine Stunde lang.

Also sind durch den Wassermacher 120 Ah verbraucht worden,

die über die nächsten 3 Tage wieder hereingeholt werden wollen.

Wenn wir mal großzügig von erforderlichen 150 Ah zur Wiederaufladung ausgehen,

so wären das ca. 50 Ah pro Tag, welche im Mittelmeer im Sommer in der Regel

durch ein einziges Solarpanel der Standardgröße 120 x 60 cm erreicht werden.

Bedenkt man nun, daß bei den meisten Konstellationen der Laderegler

der Solarpanels bereits Mittags die Solarpanels runterfährt,

da die Batterien dann schon oft den z.B. Kühlschrankverbrauch der letzten

Nacht wieder ausgeglichen haben, benötigt man meist gar keine zusätzlichen

Energie-Erzeuger, insbesondere wenn auch noch ab und zu mal die Maschine läuft,

oder hin und wieder Landstrom zur Verfügung steht.

 

Preislich liegt eine solche Batteriebank inkl. der erforderlichen Elektronik so bei aktuell

1300,- Euro für ausreichende 200 Ah bei einem Gewicht von ca. 35 kg.